
Für den Kurs Schweizer Franken zu polnischem Złoty gibt es keinen nennenswerten Markt. Es gibt kaum jemanden, der beide Währungen direkt gegeneinander handelt, und deshalb gibt es auch keinen direkt beobachteten Preis. Trotzdem steht die Zahl in jeder Tabelle. Sie ist ein Kreuzkurs.
Wie er entsteht
Ein Kreuzkurs wird über eine dritte Währung gerechnet, die zu beiden Seiten einen liquiden Markt hat. Für Europa ist diese dritte Währung der Euro, weltweit meistens der US-Dollar.
Die EZB veröffentlicht ihre Referenzkurse alle gegen den Euro, in Mengennotierung — also wie viele Einheiten Fremdwährung ein Euro kostet. Daraus ergibt sich jedes Paar zwischen zwei dieser Währungen durch eine Division:
CHF je PLN = (CHF je EUR) ÷ (PLN je EUR)
Angenommen, ein Euro kostet 0,94 Franken und 4,30 Złoty. Dann ist ein Złoty 0,94 ÷ 4,30 = rund 0,2186 Franken wert. Mehr Mathematik steckt nicht dahinter.
Wichtig ist nur, dass beide Ausgangskurse in derselben Richtung notiert sind und aus derselben Quelle zum selben Zeitpunkt stammen. Wer eine Mengennotierung mit einer Preisnotierung mischt, bekommt einen Wert, der weit danebenliegt und trotzdem nicht offensichtlich falsch aussieht.
Warum zwei Seiten verschiedene Zahlen nennen
Das ist die häufigste Irritation, und sie hat vier Ursachen. Keine davon ist ein Fehler.
Verschiedene Ankerwährungen. Rechnet eine Seite CHF/PLN über den Euro und eine andere über den Dollar, kommen leicht unterschiedliche Werte heraus. Beide Wege sind richtig, sie gehen nur durch verschiedene Märkte.
Verschiedene Zeitpunkte. Der EZB-Kurs ist eine Momentaufnahme von gegen 16.00 Uhr MEZ an Bankarbeitstagen. Eine Handelsplattform zeigt den Kurs von vor drei Sekunden. Bei einem unruhigen Paar liegen dazwischen leicht ein paar Zehntelprozent.
Verschiedene Quellen. Die Schweizerische Nationalbank, die polnische NBP und die EZB stellen ihre Kurse zu unterschiedlichen Zeiten und aus unterschiedlichen Orderbüchern fest. Rechnet man ihre Zahlen gegeneinander, weichen sie in der dritten oder vierten Nachkommastelle ab.
Rundung. Referenzkurse werden auf eine begrenzte Zahl von Stellen veröffentlicht. Werden zwei gerundete Werte dividiert, wandert die Ungenauigkeit mit — und sie wächst, je größer der Zahlenunterschied zwischen den beiden Kursen ist. Bei Paaren mit sehr kleinen Einheitswerten fällt das am stärksten auf.
Warum es beim Wechseln teurer wird
Der wichtigere praktische Punkt betrifft nicht die dritte Nachkommastelle, sondern die Spanne.
Wenn niemand zwei Währungen direkt handelt, tut es die Bank auch nicht. Sie geht denselben Weg über die Ankerwährung — nur zahlt sie dabei zwei Spannen statt einer: erst Franken gegen Euro, dann Euro gegen Złoty.
Deshalb ist der Umtausch zwischen zwei kleineren Währungen fast immer schlechter als zwei Umtäusche über den Euro es vermuten lassen — und deutlich schlechter als jeder der beiden Schritte für sich. Wer in Deutschland tschechische Kronen gegen ungarische Forint tauschen will, merkt das sofort.
Die praktische Folge: Wenn Sie die Wahl haben, gehen Sie über die Währung, die auf beiden Seiten viel gehandelt wird. In Europa ist das der Euro, und Sie haben ihn ohnehin.
Eine Ausnahme gibt es: Paare, die selbst genug Umsatz haben, werden direkt gehandelt und sind keine Kreuzkurse im eigentlichen Sinn. Euro gegen Dollar, Euro gegen Pfund, Euro gegen Franken gehören dazu. Bei ihnen zahlen Sie eine Spanne, nicht zwei.
Wofür der Kreuzkurs trotzdem gut ist
Als Maßstab ist er präzise genug, auch wenn er als handelbarer Preis nicht existiert. Er beantwortet Fragen, für die es keine direkte Notierung gibt:
- Wie viel ist ein Preis in Prag verglichen mit einem in Warschau?
- Steht der Franken gegenüber dem Pfund höher als vor einem Jahr?
- Ist das Angebot, das mir jemand für ein exotisches Paar macht, in der richtigen Größenordnung?
Für diese Zwecke sind Abweichungen in der vierten Stelle bedeutungslos. Sie werden erst dort relevant, wo große Beträge oder viele Wiederholungen im Spiel sind.
Was man prüfen sollte
Wenn zwei Quellen für dasselbe Paar auseinanderliegen, klärt sich fast jeder Fall mit drei Fragen:
- Ist es derselbe Zeitpunkt? Eine Zahl von 16.00 Uhr und eine von jetzt sind nicht vergleichbar.
- Ist es dieselbe Notierungsrichtung? Multiplizieren Sie beide Werte — kommt ungefähr 1 heraus, sind es Kehrwerte desselben Kurses.
- Ist es dieselbe Währungseinheit? Bei Forint und Yen wird oft je 100 notiert.
Ein Unterschied in der dritten Nachkommastelle ist danach normal. Ein Unterschied im Prozentbereich ist keiner von diesen drei Gründen, sondern eine Marge.
Die Kreuzkurse zwischen den geführten Währungen stehen unter Kreuzkurse, die Referenzkurse gegen den Euro in der Währungsübersicht. Was Notierungsrichtung und Einheit im Einzelnen bedeuten, steht unter Warum der Yen billig aussieht.
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Häufige Fragen
Über das, was zwischen dem Referenzkurs und Ihrem Kontoauszug passiert: wie die EZB-Liste entsteht, warum das Kartensystem einen anderen Kurs abrechnet, was die dynamische Währungsumrechnung am Terminal kostet, wie sich Reisekosten in Franken oder Złoty planen lassen und wie abgeleitete Kreuzkurse zustande kommen. Wir rechnen die Beispiele mit echten Zahlen durch.
Nein. Die Texte erklären Mechanismen und rechnen Beispiele vor, sie empfehlen keine Entscheidung und prognostizieren keinen Kurs — schon deshalb nicht, weil die EZB je Arbeitstag nur einen einzigen Referenzkurs veröffentlicht und daraus keine Prognose folgt. Wir sind weder Bank noch Wertpapierunternehmen noch Finanzberatung. Für Entscheidungen über Kredite, Anlagen oder größere Umtauschgeschäfte sprechen Sie bitte mit Ihrer Bank oder einer zugelassenen Fachperson.
Ohne festen Zeitplan. Ein neuer Text entsteht, wenn es etwas Konkretes zu erklären gibt; bestehende Texte ergänzen wir, sobald sich Regeln oder Zahlen ändern — etwa wenn die EZB eine Währung aus ihrer Liste nimmt. Das Datum der letzten Änderung steht an jedem Beitrag, damit Sie sehen, auf welchem Stand er ist.