
Hinter jeder Währung steht eine Entscheidung darüber, wie ihr Kurs zustande kommen darf. Diese Entscheidung wird selten erwähnt und erklärt trotzdem, warum manche Paare seit Jahren praktisch stillstehen und andere in einem Sommer um zehn Prozent laufen.
Fester Kurs
Bei einem festen Kurs legt ein Land den Wert seiner Währung gegenüber einer anderen fest und hält ihn. Die Zentralbank kauft und verkauft dafür Devisen, bis die Zahl stimmt.
Die strengste Form ist das Currency Board. Die Bindung steht im Gesetz, und jede ausgegebene Einheit der eigenen Währung ist durch Reserven in der Ankerwährung gedeckt. Bosnien und Herzegowina führt seine Mark so: 1 Euro entspricht 1,95583 Konvertible Mark, und diese Zahl hat sich seit Einführung nicht bewegt.
Für jemanden, der Geld wechselt, ist das die einfachste Lage. Es gibt kein Timing, weil es nichts zu timen gibt. Der einzige Unterschied zwischen zwei Anbietern ist deren Marge.
Der Preis dieser Ruhe trägt das Land: Es hat keine eigene Geldpolitik mehr. Wer den Kurs festnagelt, importiert die Zinsentscheidungen der Ankerwährung mit.
Flexibler Kurs
Am anderen Ende steht der frei schwankende Kurs. Angebot und Nachfrage bestimmen ihn, und die Zentralbank hat keinen Zielwert. So laufen der Euro, der US-Dollar, das britische Pfund, der Złoty und, seit Aufgabe des Mindestkurses im Januar 2015, auch der Schweizer Franken.
Das heißt nicht, dass die Zentralbank nie eingreift. Es heißt, dass es keine Zahl gibt, die sie verteidigt. Der Kurs darf dorthin, wohin er geht, und die Bewegung ist Teil des Systems, nicht ein Fehler darin.
Für den Umtausch bedeutet das: Der Kurs von übermorgen ist unbekannt, und die Spanne des vergangenen Jahres ist die ehrlichste Auskunft darüber, wie weit er gehen kann.
Gesteuertes Schwanken
Dazwischen liegt die häufigste Variante weltweit. Der Kurs schwankt, aber die Zentralbank greift ein, wenn ihr die Bewegung zu weit oder zu schnell erscheint. Ein offizielles Ziel wird meist nicht genannt.
Der europäische Wechselkursmechanismus WKM II ist die formalisierte Form davon: eine Währung wird mit einem Leitkurs und einer Schwankungsbreite gegenüber dem Euro geführt. Dänemark nutzt ihn mit einer vereinbarten Breite von 2,25 Prozent statt der formal zulässigen 15 — die dänische Krone bewegt sich deshalb kaum sichtbar.
Ein zeitlich begrenzter Fall war die tschechische Untergrenze von 27 Kronen je Euro zwischen November 2013 und April 2017: gesteuert nach unten, frei nach oben.
Wo die europäischen Währungen stehen
| Währung | System | Was das für den Kurs heißt |
|---|---|---|
| Dänische Krone | WKM II, enge Bandbreite | bewegt sich kaum |
| Konvertible Mark (BAM) | Currency Board zum Euro | fest, 1,95583 |
| Schweizer Franken | frei, seit Januar 2015 | schwankt, aber ruhig |
| Polnischer Złoty | frei | schwankt spürbar |
| Tschechische Krone | frei, ohne Grenze seit 2017 | schwankt spürbar |
| Ungarischer Forint | frei | schwankt deutlich |
| Türkische Lira | gesteuert, mit hoher Inflation | starker Trend nach unten |
| Britisches Pfund | frei | schwankt, politiknah |
Die letzte Zeile der Tabelle ist die praktisch wichtigste: Bei der Lira ist die dominierende Größe nicht die Tagesschwankung, sondern die Richtung über Jahre.
Was das beim Geldwechseln ändert
Drei Folgerungen, und sie sind konkreter als sie klingen.
Bei fester Bindung ist Timing irrelevant. Wechseln Sie, wann es passt, und vergleichen Sie nur die Marge. Wer auf einen besseren Kurs für die Konvertible Mark wartet, wartet auf ein Gesetz.
Bei gesteuerten Währungen ist die Bandbreite die Information. Solange die Politik gilt, bleibt der Kurs darin. Was Sie wissen müssen, ist die Breite, nicht die Richtung.
Bei frei schwankenden Währungen entscheidet die Größe des Betrags. Bei zweihundert Euro Reisegeld sind zwei Prozent Bewegung vier Euro — irrelevant gegenüber der Frage, wo Sie wechseln. Bei fünfzigtausend Euro sind es tausend, und dann lohnt sich der Gedanke, den Umtausch zu teilen.
Ein Punkt, der oft übersehen wird
Ein System kann wechseln, und es kündigt sich nicht immer an. Die Schweiz hatte drei Jahre lang eine Untergrenze und danach keine mehr, mit einer Ankündigung am selben Morgen. Ein fester Kurs ist ein politisches Versprechen, kein Naturgesetz.
Das ist kein Grund zur Sorge bei einem Currency Board, das seit Jahrzehnten hält und im Gesetz steht. Es ist ein Grund, bei einer Bindung, die eine Zentralbank gerade erst eingeführt hat, nicht davon auszugehen, dass sie in fünf Jahren noch gilt.
Wie ruhig oder unruhig ein Paar tatsächlich läuft, lesen Sie an der Jahresspanne in den Kursverläufen; die aktuellen Referenzkurse stehen in der Währungsübersicht.
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Häufige Fragen
Über das, was zwischen dem Referenzkurs und Ihrem Kontoauszug passiert: wie die EZB-Liste entsteht, warum das Kartensystem einen anderen Kurs abrechnet, was die dynamische Währungsumrechnung am Terminal kostet, wie sich Reisekosten in Franken oder Złoty planen lassen und wie abgeleitete Kreuzkurse zustande kommen. Wir rechnen die Beispiele mit echten Zahlen durch.
Nein. Die Texte erklären Mechanismen und rechnen Beispiele vor, sie empfehlen keine Entscheidung und prognostizieren keinen Kurs — schon deshalb nicht, weil die EZB je Arbeitstag nur einen einzigen Referenzkurs veröffentlicht und daraus keine Prognose folgt. Wir sind weder Bank noch Wertpapierunternehmen noch Finanzberatung. Für Entscheidungen über Kredite, Anlagen oder größere Umtauschgeschäfte sprechen Sie bitte mit Ihrer Bank oder einer zugelassenen Fachperson.
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