
Zu einem Wechselkurs gibt es zwei Fragen. Die erste — wohin geht er — ist die, die alle stellen, und sie hat keine Antwort. Die zweite — wie weit bewegt er sich üblicherweise — ist die, die selten gestellt wird, und sie hat eine ziemlich gute.
Was Volatilität misst
Volatilität ist das Maß dafür, wie stark ein Kurs schwankt, ohne Aussage über die Richtung. Ein Paar, das ein Jahr lang jeden Tag um ein Prozent steigt, und eines, das jeden Tag zwischen plus und minus ein Prozent springt, haben dieselbe Volatilität und völlig verschiedene Verläufe.
Fachlich ist es die Standardabweichung der täglichen Veränderungen, meist auf ein Jahr hochgerechnet und in Prozent angegeben. Für die Praxis genügt eine schlichtere Lesart: Wie viel Bewegung ist bei diesem Paar normal, und ab wann ist etwas Ungewöhnliches passiert.
Die Größenordnungen in Europa
Die Unterschiede zwischen Paaren sind groß genug, dass man sie sich merken kann:
| Paar | Übliche Bewegung im Jahr |
|---|---|
| Euro / Dänische Krone | praktisch keine, gebunden |
| Euro / Schweizer Franken | gering, meist wenige Prozent |
| Euro / Britisches Pfund | mäßig |
| Euro / US-Dollar | mäßig, aber nachrichtenanfällig |
| Euro / Tschechische Krone | mäßig |
| Euro / Polnischer Złoty | spürbar |
| Euro / Ungarischer Forint | deutlich |
| Euro / Türkische Lira | sehr hoch, mit klarem Trend |
Die Reihenfolge ist stabiler als jede einzelne Zahl. Sie folgt daraus, wie viel gehandelt wird, wie ähnlich die Wirtschaftspolitik der Eurozone ist und ob eine Zentralbank den Kurs steuert.
Wichtig ist, was ganz oben und ganz unten steht. Bei der dänischen Krone ist Timing gegenstandslos. Bei der Lira ist die Tagesschwankung nicht das Problem, sondern die Richtung über Jahre — die letzte Zeile mischt beides, und man sollte sie nicht als „schwankt eben viel" lesen.
Wie man die Jahresspanne liest
Auf jeder Währungsseite hier stehen Höchst- und Tiefstwert der vergangenen zwölf Monate. Das ist die praktisch brauchbarste Volatilitätsangabe, weil man sie ohne Statistik verwenden kann.
Der Gebrauch ist immer derselbe: Rechnen Sie beide Enden auf Ihren Betrag.
Angenommen, ein Paar bewegte sich im vergangenen Jahr zwischen 0,92 und 0,98. Bei 5.000 Euro sind das rund 300 Euro Unterschied zwischen den Extremen. Ob diese Zahl viel ist, entscheiden Sie — aber jetzt entscheiden Sie es an einer Zahl statt an einem Gefühl.
Zwei Ergänzungen dazu:
- Wo im Band steht der heutige Kurs? Nahe am oberen Ende, nahe am unteren, in der Mitte. Das ist keine Prognose, es ordnet nur ein.
- Wie ist das Band entstanden? Ein Band aus vielen kleinen Bewegungen bedeutet etwas anderes als eines, das an einem einzigen Tag im Oktober entstanden ist. Das sieht man nur im Verlauf, nicht in den zwei Zahlen.
Volatilität kommt in Phasen
Das ist die eine Regelmäßigkeit, die sich empirisch gut hält: Auf ruhige Wochen folgen meist ruhige, auf eine heftige Bewegung folgt meist weitere Bewegung.
Das ist nützlich und begrenzt zugleich. Es sagt Ihnen, dass ein Paar, das gerade um zwei Prozent gesprungen ist, in den nächsten Tagen wahrscheinlich weiter unruhig bleibt. Es sagt nichts darüber, in welche Richtung. Volatilität ist eine Aussage über den Betrag der Bewegung, nie über ihr Vorzeichen.
Ein Punkt, der leicht übersehen wird
Ruhe ist nicht dasselbe wie Sicherheit. Der Franken lag von September 2011 bis Januar 2015 in einem sehr engen Band, weil die Schweizerische Nationalbank einen Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro verteidigte. Die gemessene Volatilität war in dieser Zeit außergewöhnlich niedrig — und sie war niedrig, weil eine Politik sie niedrig hielt, nicht weil das Paar von Natur aus ruhig gewesen wäre.
Als diese Politik am 15. Januar 2015 endete, bewegte sich der Kurs innerhalb von Minuten um eine Größenordnung, die in den drei Jahren zuvor nie vorgekommen war. Eine niedrige historische Volatilität ist also eine Beschreibung der Vergangenheit und keine Garantie.
Was Sie damit anfangen
Drei Fragen, und alle drei kommen ohne Meinung über die Zukunft aus:
- Was kostet mich das schlechtere Ende der Jahresspanne bei meinem Betrag? Ist die Antwort verkraftbar, hören Sie auf, über den Kurs nachzudenken.
- Ist die Spanne größer als der Aufschlag, den ich beim Anbieter zahle? Bei ruhigen Paaren und kleinen Beträgen lautet die Antwort nein — dann ist die Anbieterwahl die ganze Entscheidung.
- Muss ich alles auf einmal wechseln? Bei hoher Volatilität und großen Beträgen ist Aufteilen die einzige Maßnahme, die ohne Prognose auskommt.
Höchst- und Tiefstwert der letzten zwölf Monate stehen in den Kursverläufen und auf jeder Seite der Währungsübersicht; beide Enden auf Ihre Summe rechnet der Währungsrechner.
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Häufige Fragen
Über das, was zwischen dem Referenzkurs und Ihrem Kontoauszug passiert: wie die EZB-Liste entsteht, warum das Kartensystem einen anderen Kurs abrechnet, was die dynamische Währungsumrechnung am Terminal kostet, wie sich Reisekosten in Franken oder Złoty planen lassen und wie abgeleitete Kreuzkurse zustande kommen. Wir rechnen die Beispiele mit echten Zahlen durch.
Nein. Die Texte erklären Mechanismen und rechnen Beispiele vor, sie empfehlen keine Entscheidung und prognostizieren keinen Kurs — schon deshalb nicht, weil die EZB je Arbeitstag nur einen einzigen Referenzkurs veröffentlicht und daraus keine Prognose folgt. Wir sind weder Bank noch Wertpapierunternehmen noch Finanzberatung. Für Entscheidungen über Kredite, Anlagen oder größere Umtauschgeschäfte sprechen Sie bitte mit Ihrer Bank oder einer zugelassenen Fachperson.
Ohne festen Zeitplan. Ein neuer Text entsteht, wenn es etwas Konkretes zu erklären gibt; bestehende Texte ergänzen wir, sobald sich Regeln oder Zahlen ändern — etwa wenn die EZB eine Währung aus ihrer Liste nimmt. Das Datum der letzten Änderung steht an jedem Beitrag, damit Sie sehen, auf welchem Stand er ist.