
Es gibt eine Frage, die ein Terminal oder ein Geldautomat im Ausland im Moment der Zahlung stellt. Die meisten beantworten sie falsch, und über einen Urlaub hinweg kostet das mehr als alle anderen Gebühren zusammen.
Die Frage lautet sinngemäß: „Möchten Sie in Euro abrechnen?"
Die Antwort ist fast immer nein.
Was dynamische Währungsumrechnung ist
Wenn Sie im Ausland mit einer deutschen Karte zahlen, muss der Betrag irgendwann von der Landeswährung in Ihre Kontowährung umgerechnet werden. Dafür gibt es zwei Stellen:
- Bei Ihrer Bank beziehungsweise beim Kartensystem. Dann gilt der Kurs von Visa oder Mastercard plus das Auslandsentgelt Ihrer Bank. Dieser Kurs liegt nahe am Markt.
- Beim Händler oder beim Betreiber des Geldautomaten, direkt vor Ort. Das ist die dynamische Währungsumrechnung, kurz DCC, und den Kurs setzt derjenige fest, dem das Terminal gehört.
Die zweite Möglichkeit wird als Komfort verkauft — „in Ihrer eigenen Währung zahlen, den genauen Betrag kennen". Das klingt hilfreich. Es ist ein Produkt, dessen Preis im Wechselkurs versteckt ist.
Was es kostet
Der Abstand zwischen dem Kurs des Kartensystems und dem Kurs, den das Terminal anbietet, liegt üblicherweise bei mehreren Prozent. Bei einem Abendessen fällt das nicht auf. Über zehn Tage mit ein paar tausend Franken oder Lira an Ausgaben wird daraus ein spürbarer Betrag.
Heikel ist daran, dass die Kosten nie als Gebühr erscheinen. Auf dem Beleg steht nicht „Provision" — dort steht ein sauberer Betrag in Euro, und genau darin besteht der ganze Trick.
Ein Hinweis steht allerdings meistens doch auf dem Beleg: der verwendete Umrechnungskurs und oft auch der prozentuale Aufschlag gegenüber dem Referenzkurs. Diese Angabe ist im europäischen Zahlungsverkehr vorgeschrieben, sie steht nur klein und wird selten gelesen.
Die Regel, die immer gilt
Wenn Sie zwischen zwei Währungen wählen können, nehmen Sie die des Landes.
- In der Schweiz — Franken.
- In Polen — Złoty.
- In Tschechien — Kronen.
- In Ungarn — Forint.
- In der Türkei — Lira.
Die Umrechnung überlassen Sie Ihrer eigenen Bank. Kostenlos ist sie nicht, aber sie ist in aller Regel deutlich günstiger als die Umrechnung am Schalter.
Innerhalb der Eurozone stellt sich die Frage gar nicht: Es wird nichts umgerechnet, weil nichts umzurechnen ist. Taucht die Frage in Spanien oder Italien trotzdem auf, liegt es daran, dass die Karte auf eine andere Währung läuft.
Geldautomaten funktionieren genauso
Beim Abheben im Ausland bietet der Automat dieselbe Wahl an, oft mit Formulierungen, die nahelegen, Euro seien sicherer oder günstiger. Das sind sie nicht. Wählen Sie die Landeswährung, auch wenn der Bildschirm die andere Schaltfläche größer und freundlicher gestaltet.
Daneben gibt es ein Entgelt des Automatenbetreibers für die Abhebung selbst, das mit der Umrechnung nichts zu tun hat. Es wird vor der Bestätigung angezeigt, und dagegen hilft wenig — außer seltener und dafür in größeren Beträgen abzuheben.
Was man mitnimmt und was nicht
Für Reisen in die Eurozone ist die Sache einfach: Bargeld in Euro, so viel man gern in der Tasche hat, und alles Größere mit Karte.
Für Länder außerhalb — Schweiz, Polen, Tschechien, Ungarn, Türkei — ist es meist ein schlechtes Geschäft, die Landeswährung schon zu Hause zu kaufen. Bei Franken und Złoty ist der Aufschlag in Deutschland noch überschaubar; bei Forint und Lira ist er deutlich, weil eine Wechselstube damit rechnen muss, dass die Scheine lange in der Kasse liegen. Besser Euro mitnehmen und vor Ort tauschen oder gleich mit Karte in der Landeswährung zahlen.
Ein Sonderfall ist die Schweiz: Viele Geschäfte nehmen Euro an, rechnen aber zu einem hausgemachten Kurs ab und geben das Wechselgeld in Franken zurück. Das ist dieselbe Mechanik wie DCC, nur an der Kasse statt im Terminal.
Die Kontrolle nach der Reise
Vergleichen Sie nach der Rückkehr ein paar Beträge auf dem Kontoauszug mit dem Referenzkurs des jeweiligen Tages. Ein Abstand, der deutlich größer ist als das übliche Auslandsentgelt Ihrer Bank, ist das Zeichen dafür, dass irgendwo dynamisch umgerechnet wurde — eine nützliche Beobachtung für die nächste Reise.
Die Referenzkurse zurückliegender Tage stehen in den Kursverläufen; für die Gegenrechnung eines einzelnen Betrags genügt der Währungsrechner.
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Häufige Fragen
Über das, was zwischen dem Referenzkurs und Ihrem Kontoauszug passiert: wie die EZB-Liste entsteht, warum das Kartensystem einen anderen Kurs abrechnet, was die dynamische Währungsumrechnung am Terminal kostet, wie sich Reisekosten in Franken oder Złoty planen lassen und wie abgeleitete Kreuzkurse zustande kommen. Wir rechnen die Beispiele mit echten Zahlen durch.
Nein. Die Texte erklären Mechanismen und rechnen Beispiele vor, sie empfehlen keine Entscheidung und prognostizieren keinen Kurs — schon deshalb nicht, weil die EZB je Arbeitstag nur einen einzigen Referenzkurs veröffentlicht und daraus keine Prognose folgt. Wir sind weder Bank noch Wertpapierunternehmen noch Finanzberatung. Für Entscheidungen über Kredite, Anlagen oder größere Umtauschgeschäfte sprechen Sie bitte mit Ihrer Bank oder einer zugelassenen Fachperson.
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