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Drei Preise für dieselbe Währung — Bargeld, Karte, Überweisung

Wer an einem Dienstagvormittag hundert Franken braucht, kann sie auf drei Wegen bekommen — und zahlt auf jedem einen anderen Preis. Das ist kein Widerspruch in den Kurstabellen. Es sind drei verschiedene Produkte, die nur denselben Namen tragen.

Warum es drei Preise gibt

Der Unterschied liegt nicht in der Währung, sondern in der Form, in der sie geliefert wird.

Banken unterscheiden dafür zwei Begriffe. Devisen sind Buchgeld auf einem Konto — eine Zeile, die von einem Ort zum anderen wandert. Sorten sind Bargeld: Scheine, die bestellt, transportiert, versichert, gezählt, gelagert und irgendwann wieder abtransportiert werden müssen. Sorten tragen deshalb fast immer eine breitere Spanne als Devisen, und zwar bei jedem Anbieter.

Dazu kommt die Bindung von Kapital. Ein Bündel Forint in der Kasse einer Wechselstube in Hannover verdient nichts, solange es dort liegt, und niemand weiß, wie lange das dauert. Dieses Risiko steckt im Kurs.

Weg eins — Bargeld am Schalter

Sie bekommen Scheine, sofort, ohne Konto und ohne Umweg. Sie zahlen dafür die breiteste der drei Spannen.

Wie breit, hängt fast vollständig von zwei Dingen ab: welche Währung und wo der Schalter steht. Franken, Pfund und Dollar bekommen Sie in Deutschland mit einer vertretbaren Spanne, Złoty und Kronen mit einer spürbaren, Forint und Lira mit einer breiten. Und derselbe Anbieter verlangt am Flughafen deutlich mehr als in der Innenstadt.

Bargeld ist der richtige Weg für kleine Beträge, für Länder, in denen Karten schlecht laufen, und für alles, wofür man kein Konto hat.

Weg zwei — die Karte

Wenn Sie im Ausland mit Karte zahlen, rechnet das Kartensystem um — Visa oder Mastercard setzen dafür einen eigenen Kurs fest, der nah am Markt liegt. Dazu kommt das Auslandsentgelt Ihrer Bank, oft ein bis zwei Prozent außerhalb des Euro.

Damit liegt die Karte in der Regel näher am Referenzkurs als der Schalter — aber nur, wenn Sie den Fehler vermeiden, der alles wieder zunichtemacht: das Angebot des Terminals, „in Euro" abzurechnen. Diese dynamische Währungsumrechnung wird von demjenigen kalkuliert, dem das Terminal gehört, und ist fast immer schlechter.

Ein Detail, das man kennen sollte: Bei Kartenzahlungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums muss der Aufschlag gegenüber dem EZB-Referenzkurs seit April 2020 als Prozentsatz ausgewiesen werden. Die Angabe steht auf dem Beleg oder in der Banking-App — klein, aber sie steht da, und sie ist die einzige Stelle, an der die tatsächlichen Kosten in einer Zahl erscheinen.

Weg drei — die Überweisung

Für Buchgeld gilt der beste Kurs, weil kein Bargeld angefasst wird. Dafür kommen feste Entgelte dazu, und die entscheiden bei kleinen Beträgen alles.

Innerhalb des SEPA-Raums und in Euro ist der Fall einfach: Es wird nichts umgerechnet, und die Überweisung darf nach europäischem Recht nicht mehr kosten als eine inländische. Der SEPA-Raum umfasst dabei mehr als die Eurozone — die Schweiz, Norwegen und das Vereinigte Königreich gehören dazu. Eine Euro-Überweisung in die Schweiz läuft also über SEPA; umgerechnet wird sie erst, wenn der Empfänger sie auf ein Frankenkonto haben will.

Sobald eine andere Währung im Spiel ist, gilt der Ankaufs- oder Verkaufskurs der Bank, und dazu können Entgelte für den Zahlungseingang kommen.

Die Reihenfolge

WegKursZusatzkostenWofür geeignet
Bargeld am Schalteram weitesten vom Mittelkursselten Provisionkleine Beträge, sofort
Kartenäher am MittelkursAuslandsentgelt der BankAusgaben vor Ort
Überweisungam nächsten am Mittelkursfeste Entgelte, oft Eingangsentgeltgrößere Beträge

Die Reihenfolge der Kurse ist stabil. Die Reihenfolge der Gesamtkosten ist es nicht — weil feste Entgelte bei kleinen Beträgen prozentual explodieren. Fünfzehn Euro Überweisungsentgelt sind bei 5.000 Euro drei Zehntelprozent und bei 100 Euro fünfzehn Prozent.

Die Faustregel

Rechnen Sie nicht in Kursen, sondern in Endbeträgen — was ankommt geteilt durch was weggeht. Diese eine Zahl ist über alle drei Wege vergleichbar, und keine andere ist es.

Grob ergibt das: Unter etwa zweihundert Euro entscheiden die festen Entgelte, und der nächstgelegene vernünftige Anbieter gewinnt. Über etwa tausend entscheidet die Spanne, und der Vergleich lohnt sich. Dazwischen liegt es an der Währung.

Der Maßstab bleibt in allen drei Fällen derselbe: der Referenzkurs des Tages aus der Währungsübersicht, gegengerechnet im Währungsrechner. Die Einzelheiten zum Überweisungsweg stehen unter Geld über die Grenze schicken, die zur Kartenfalle unter Dynamische Währungsumrechnung.

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Häufige Fragen

Über das, was zwischen dem Referenzkurs und Ihrem Kontoauszug passiert: wie die EZB-Liste entsteht, warum das Kartensystem einen anderen Kurs abrechnet, was die dynamische Währungsumrechnung am Terminal kostet, wie sich Reisekosten in Franken oder Złoty planen lassen und wie abgeleitete Kreuzkurse zustande kommen. Wir rechnen die Beispiele mit echten Zahlen durch.

Nein. Die Texte erklären Mechanismen und rechnen Beispiele vor, sie empfehlen keine Entscheidung und prognostizieren keinen Kurs — schon deshalb nicht, weil die EZB je Arbeitstag nur einen einzigen Referenzkurs veröffentlicht und daraus keine Prognose folgt. Wir sind weder Bank noch Wertpapierunternehmen noch Finanzberatung. Für Entscheidungen über Kredite, Anlagen oder größere Umtauschgeschäfte sprechen Sie bitte mit Ihrer Bank oder einer zugelassenen Fachperson.

Ohne festen Zeitplan. Ein neuer Text entsteht, wenn es etwas Konkretes zu erklären gibt; bestehende Texte ergänzen wir, sobald sich Regeln oder Zahlen ändern — etwa wenn die EZB eine Währung aus ihrer Liste nimmt. Das Datum der letzten Änderung steht an jedem Beitrag, damit Sie sehen, auf welchem Stand er ist.