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Warum der Kurs am Schalter nie der Kurs aus der Tabelle ist

Der von einer Zentralbank veröffentlichte Referenzkurs ist ein Maßstab, kein Preis. Er dient Verträgen, dem Zoll und der Buchhaltung. Sobald Sie am Schalter tatsächlich Geld wechseln, gilt eine andere Zahl — und immer die, die für Sie ungünstiger ist.

Ankaufskurs und Verkaufskurs

Eine Wechselstube hängt zwei Kurse aus, und beide sind aus ihrer Sicht geschrieben, nicht aus Ihrer:

  • Der Ankaufskurs ist das, was die Wechselstube zahlt, wenn sie Ihnen Devisen abkauft. Wenn Sie Franken verkaufen, ist das Ihr Kurs — und er liegt immer unter dem Mittelkurs.
  • Der Verkaufskurs ist das, was sie verlangt, wenn sie Ihnen Devisen verkauft. Wenn Sie Franken kaufen, ist das Ihr Kurs — und er liegt immer über dem Mittelkurs.

Daraus folgt die Regel, die man sich merken sollte: Der beste Kurs für Sie ist der höchste Ankaufskurs, wenn Sie verkaufen, und der niedrigste Verkaufskurs, wenn Sie kaufen. Das ist genau das Gegenteil dessen, was für die Wechselstube gut ist — weshalb man es so leicht verdreht.

Die Bezeichnungen wechseln übrigens von Haus zu Haus: „Ankauf/Verkauf", „wir kaufen/wir verkaufen", auf Englisch „buy/sell". Gemeint ist immer dasselbe, und immer aus Sicht des Schalters.

Der Spread ist der eigentliche Preis

Der Abstand zwischen Verkaufs- und Ankaufskurs ist der Spread, und er ist das, was die Wechselstube am Geldwechsel in beide Richtungen verdient. Eine Provision wird oft gar nicht gesondert erhoben — die Marge steckt bereits im Spread.

Konkret: Kauft ein Haus den Franken zu 1,02 Euro an und verkauft ihn zu 1,12 Euro, sind das zehn Cent Abstand je Franken. Wer einmal hin und sofort wieder zurücktauscht, verliert ungefähr diesen Spread, ohne irgendetwas getan zu haben.

Was das bei einem realen Betrag ausmacht

Ein halbes Prozent klingt nach wenig, bis es multipliziert wird:

Betrag0,5 % Spanne3 % Spanne
100 €0,50 €3 €
500 €2,50 €15 €
5.000 €25 €150 €

Bei hundert Euro ist der Unterschied ein Kaffee, und der Weg zum besseren Schalter lohnt nicht. Bei mehreren Tausend — ein Auto, eine Kaution, eine größere Überweisung — wird derselbe Prozentsatz zum Grund, vorher ein paar Anbieter zu vergleichen.

Wie man richtig vergleicht

Drei Regeln decken fast alles ab:

  1. Lesen Sie die Spalte, die für Sie gilt. Den Ankauf des einen Hauses gegen den Verkauf des anderen zu halten, ist kein Vergleich.
  2. Fragen Sie nach dem Endbetrag, nicht nach dem Kurs. Ein besserer Kurs mit einem Prozent Provision verliert gegen einen schlechteren ohne.
  3. Messen Sie am Referenzkurs. Der Abstand zwischen dem Angebot und dem veröffentlichten Mittelkurs sind die gesamten Kosten, ausgedrückt in einer Zahl.

Warum der Spread so unterschiedlich ausfällt

Er ist nicht willkürlich. Die Spanne bildet ab, was es kostet, eine Währung zu halten: wie schnell sie sich weiterverkaufen lässt, wie viel Bargeld dafür in der Kasse liegen muss und wie stark sie schwankt. Viel gehandelte Paare tragen dünne Spannen. Währungen, die selten über den Tresen gehen, tragen breite — deshalb ist der Kauf einer exotischen Währung weit weg von ihrem Heimatmarkt fast immer ein schlechtes Geschäft.

In Deutschland heißt das in der Praxis: Franken, Pfund und Dollar bekommen Sie mit einer vertretbaren Spanne, Złoty und Kronen mit einer spürbaren, Forint und Lira mit einer breiten. Für die letzten beiden ist es meist günstiger, Euro mitzunehmen und im Land zu tauschen.

Ein zweiter Punkt betrifft die Form des Geldes. Sorten — also Bargeld — tragen fast immer eine breitere Spanne als Devisen, also Buchgeld auf dem Konto. Der Grund ist banal: Scheine müssen transportiert, gezählt, versichert und gelagert werden, eine Buchung nicht. Deshalb ist die Kartenzahlung im Ausland oft näher am Mittelkurs als der Umtausch am Schalter.

Flughafenschalter sind der Extremfall, und der Grund dafür ist die Lage, nicht die Währung.

Wer prüfen will, wie weit ein Angebot vom Mittelkurs entfernt liegt, findet die Referenzkurse in der Währungsübersicht und rechnet den konkreten Betrag im Währungsrechner gegen.

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Häufige Fragen

Über das, was zwischen dem Referenzkurs und Ihrem Kontoauszug passiert: wie die EZB-Liste entsteht, warum das Kartensystem einen anderen Kurs abrechnet, was die dynamische Währungsumrechnung am Terminal kostet, wie sich Reisekosten in Franken oder Złoty planen lassen und wie abgeleitete Kreuzkurse zustande kommen. Wir rechnen die Beispiele mit echten Zahlen durch.

Nein. Die Texte erklären Mechanismen und rechnen Beispiele vor, sie empfehlen keine Entscheidung und prognostizieren keinen Kurs — schon deshalb nicht, weil die EZB je Arbeitstag nur einen einzigen Referenzkurs veröffentlicht und daraus keine Prognose folgt. Wir sind weder Bank noch Wertpapierunternehmen noch Finanzberatung. Für Entscheidungen über Kredite, Anlagen oder größere Umtauschgeschäfte sprechen Sie bitte mit Ihrer Bank oder einer zugelassenen Fachperson.

Ohne festen Zeitplan. Ein neuer Text entsteht, wenn es etwas Konkretes zu erklären gibt; bestehende Texte ergänzen wir, sobald sich Regeln oder Zahlen ändern — etwa wenn die EZB eine Währung aus ihrer Liste nimmt. Das Datum der letzten Änderung steht an jedem Beitrag, damit Sie sehen, auf welchem Stand er ist.